Von Rånöhamn nach Vreten

Gestern Abend wurde es in der Bucht recht voll. Der 6. Juni ist schwedischer Nationalfeiertag und den verbringen die Schweden offensichtlich auf dem Wasser.Insgesamt liegen morgens 15 Boote in der Bucht. Direkt neben uns drei Boote, sechs weitere liegen am gegenüberliegenden Ufer und der Rest ankert in der Mitte. Ein Vorgeschmack auf die Sommermonate, bis Midsommar ist ja noch Vorsaison…Mit uns laufen gleich drei weitere Yachten aus. Zusammen segeln wir gen Norden.

Heute wollen wir nach Vreten, einem kleinen Ort im Stockholmer Schärengarten. Es ist unser erstes großes Etappenziel. Fiona´s Tante Angela hat dort mit ihrer Familie ein Ferienhaus. Wir brauchen „nur links in einen fjordartigen Seitenarm der Ostsee abbiegen“ und können direkt an dem Steg des Seegrundstücks festmachen. Bereits auf der Strecke tauschen wir unsere Position und die verbleibende Dauer regelmäßig mit Angela und Per (Fionas Cousin) aus. Per ist heute noch bis zum frühen Nachmittag am Ferienhaus. Terminüberschneidungen verhindern leider ein Treffen. Angela hat sich für den nächsten Tag angekündigt.

Nach 27 sm unter Segel legen wir an. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Würstchen in Tomatensauce.

Es ist ein schöner Segeltag, die Sorge um das Runder ist nach der ersten Stunde erstmal vergessen. Wir fahren JANNE auch nur kurz mit vollen Segeln hart am Wind. Im engen Schärenfahrwasser sind die Windverhältnisse sehr unterschiedlich – Richtung und Stärke variieren ständig.  Zur Entlastung des Ruders bergen wir das Groß und segeln nur mit der Fock und fast achterlichen Winden gen Vreten.

Es ist ein fantastisches Gefühl Vreten bei bestem Wetter immer näherzukommen – auf den letzten 0,5 sm nur unter Fock und kaum Fahrt. Viele schöne Erinnerungen werden wach. Wow, meine Vision wird wahr: Es ist zwar nicht EUFEMIA, mit der wir am Steg anlegen, doch unsere liebgewonnene JANNE passt genau ins Bild.
Wir-sind-da-Fotos gehen an die Verwandtschaft in D und S. Vor dem Bootshäuschen sitzend genießen wir zwei, drei Gläschen Portwein…
Das Boot eines Freundes von meinem Cousin Jens liegt an der hauseigenen Muringboje und schwoit gemütlich vor sich hin. Der Schwell der (nicht immer langsam) vorbeifahrenden Motorboot bringt beide Boote in Wallung. Für ein sicheres Liegen am Steg bringen wir deshalb unseren zweiten Anker am Heck aus. Dafür nutzen wir unser Dingi: Ich paddle und Micha kämpft mit Anker, Kette und einem Dingi, das sich nur widerspenstig in die Richtung bewegt, in der er den Anker fallen lassen möchte…

 

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