Nach drei schönen und erholsamen Tagen in Vreten soll es heute weitergehen. Wir stehen früh auf und bereiten JANNE für die Etappe nach Bullandö vor.
Die lästigen Matratzen, die zum Umbau von einer Koje in ein Sofa benötigt werden, dürfen wir in Vreten zwischenlagern. (Ein Grund zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Auto nach St. zu reisen. 🙂 ). Nun haben wir mehr Platz im Bug und Micha auf seiner Steuerbordkoje endlich Kopffreiheit. Das lästige Umbauen der Kojen nach dem Aufstehen haben wir schon nach einer Woche an Bord nicht mehr gemacht; zu umständlich und zeitraubend. Wir liegen beide im Salon und nutzen die Bug-Koje nur als Lager für Kleidung, Taschen, Schmutzwäsche und Segel.
Wir konnten in Bullandö einen Termin am Kran zur Kontrolle des Ruders vereinbaren. Nach dem Abschiedvon Angela tuckern wir mit einem mulmigen Gefühl und nur unter Fock die ca. 9 sm. Was wird dieser Tag bringen?
Wir meldeten uns bereits vor dem Einlaufen beim Hafenmeister an. Dieser wies uns leider nicht den erhofften Platz am Kran zu, sondern einen der Gastliegeplätze. Diese sind hier mit „Grundleinen“ ausgestattet. Wir hatten das im Hafenhandbuch gelesen, aber keine Vorstellung wie es funktioniert: Man läuft mit dem Boot den Steg quer an. Es gibt keine Heckbojen, Dalben oder Ausleger. Nur am Steg sind die üblichen Ringe. Zusätzlich hängt eine Leine nach unten ins Wasser. Der nette Hafenmeister ist uns vom Steg aus behilflich und deutet nach dem Aufstoppen, dass man die Leine nach hinten führt und sie dort belegt. Diese Grundleine ist quasi wie eine Heckboje zu verwenden, nur dass sie am Steg befestigt ist. Vorne wird normal festgemacht – easy.
Dann mussten wir nicht lange warten und kamen schnell an den Kran, besser einem großen Gabelstapler. Dieser hob JANNE zügig hoch und wir konnten nach kurzer Befundung aufatmen: Ein Farbtropfen hatte sich seinen Weg nach unten gesucht und die gelbe flächige Stelle oben auf dem Ruderblatt sei von einem rostigen Tropfen, so die Werftangestellten. Egal, zumindest konnten wir keinen Riss entdecken. Nach 5 Minuten schwamm JANNE wieder im Wasser. 🙂 Wir spendeten dem Motor noch einen Ölwechsel und konnten dann auf einen Liegeplatz für Gäste verlegen.
Es war somit ein Tag zur Perfektionierung der An- und Ablegemanöver. Das Einholen der beiden Anker in Vreten erwies sich auch als spannend, da der Bügelanker nicht wie vorgeschrieben in den Grund eingegraben war. Die Kette hatte sich beim Ausbringen mit dem Banana-Boot so um den Anker gewickelt, dass sich der Bügel beim Einholen nicht schloss, dafür Kette und Anker in falscher Reihenfolge aus dem Wasser kamen.
Dabei sei erwähnt, dass Micha im Stehen die Anker Hand für Hand einholt. Über eine Ankerwinde wäre es einfacher, über die wir aber nicht verfügen.