Von Bullandö nach Paradisviken

Endlich soll es weiter gehen. Der starke Wind der beiden Vortage weht am Morgen nur noch mit unter 12 kn. Die Vorhersage berichtet sogar nur von 3 bis 6 kn aus unterschiedlichen Richtungen. Doch zuerst nutzen wir die Nähe des kleinen Supermarkes aus und kaufen Lebensmittel ein, bis die Staubereiche von JANNE gefüllt sind.

Zwei Grundleinen weiter liegt ein bekanntes Boot: Ein Seglerpaar aus England, welches wir bereits in Klintholm und Gislövsläge getroffen hatten. Erlebnisse und die weiteren Pläne werden ausgetauscht. Sie waren schnell in die Schärenwelt gesegelt, um dort entspannt von einer Bucht zur nächsten zu bummeln. Ihr Beiboot haben sie am Heck befestigt, was ihnen beim Ablegen zum Verhängnis wird. Die Leine wickelt sich um die rotierende Welle samt Propeller. Wir bekommen nur das Ergebnis in Form einiger berechtigter Flüche (geben wir hier besser nicht wieder) mit. Seine eigenen Versuche mit Taucherbrille und Neoprenanzug bleiben leider erfolglos. Das Beiboot bekommt er zwar ab, die Leine aber nicht. Das Gefühl bei solchen technischen Problemen können wir nur zu gut nachvollziehen und das kalte Wasser ist auch nicht reizend. Zum Glück hat Bullandö nicht nur den normalen Service einer Marina. Auch ein Taucher bietet seine Dienste an, der kurzerhand gerufen wird. Keine 10 Minuten später ist dieser in voller Montur da und genauso schnell ist das Problem gelöst.

Nach dem Auslaufen setzen wir erst das Vorsegel, später noch das Groß. Es ist Sonntag und entsprechend viel ist auf dem Wasser los. Die erste Stunde müssen wir stets aufpassen: Segler von vorn, Motorboote mit hoher Geschwindigkeiten von allen Seiten, dazu noch Fähren und ein Polizeiboot. Später wird es merklich ruhiger. Die meisten Boote setzen ihre Kurse Richtung Häfen – mehr Platz für uns. Der Wind weht entgegen der Vorhersage mit bis zu 14 kn aus südöstlichen Richtungen, nimmt am späten Nachmittag immer mehr ab. Wir kreuzen mit dem Wind, da wir so mehr Geschwindigkeit laufen und mehr Spaß haben. Nach einem Kurswechsel können wir die Segel als „Schmetterling“ setzen. Wir kommen den möglichen Ankerbuchten näher und entscheiden uns spontan für Paradisviken. Knapp eine sm querab finden wir die sehr ruhig liegende Ankerbucht, die Windschutz in alle Richtungen bietet. Vor dem Einlaufen sehen wir hinter uns noch ein ungewöhnliches Wasserfahrzeug. Der Klang erinnert uns eher an einen Flugplatz: Ein Wasserflugzeug startet. Je später der Abend, je schneller die Vehikel.

Die Ankerbucht erreichen wir über eine enge Zufahrt, die über weite Strecken nur ca. 20 Meter breit ist und an beiden Seiten steile Felsen hat. Hoffentlich gehen die Felsen unter dem Wasser genauso steil nach unten weiter… Sehr spannend! Die Ufer sind an beiden Seiten zum Anfassen nahe. Wir werfen wieder den Heckanker und machen vorne am Felsen fest. Die Wassertiefe stimmt. Das Unterwasserschiff werden wir uns so schnell nicht mehr per Videokamera ansehen.

Um JANNE herum springen immer wieder Fische aus dem Wasser. Nichts wie raus mit der Angel. Wieder versuchen wir es an verschiedenen Stellen, auch mit verschiedenen Ködern: Leider gehen wir wieder leer aus. Was läuft da nur falsch? Egal, wir hatten einen schönen Segeltag und satt wurden wir auch mit dem etwas komisch aussehenden aber sehr leckeren Labskaus!

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