Am Morgen liegen wir noch sicher in der Bucht; der Anker hat gehalten. Die Sicht ist direkt nach dem Aufstehen gut. Dann wird sie schlechter, da es erst nieselt und später regnet. Tolle Aussichten für den Tag. Wir verbringen die Zeit mit Frühstück und bloggen.
Gegen 10:00 Uhr hört der Regen auf und wir beginnen mit den Vorbereitungen zum Auslaufen. Anker auf heißt es um 09:13 Uhr. Heute soll es nach Öregrund im Nordwesten gehen. Nach ein paar Tagen ohne Dusche freue ich mich auf einen richtigen Hafen! Doch erst will der Anker geborgen werden. Er hat sich tief in den Schlick eingegraben und wir können ihn nur mit Motorkraft herausbrechen. Ich ziehe Anker und Schlick nur soweit hoch, dass dieser bei geringer Fahrt durch das Wasser pendelt. So spühlt das Wasser den Schlick weg.
Ausgenommen von einer kurzen Gegenwindpassage segeln wir die gesamte Strecke bis Öregrund.
Herrliche Segelstunden, die die Enttäuschung über den missglückten zweiten Åland-Versuch vorerst vergessen lassen. Am liebsten würde ich weiter gen Norden ziehen; das Küstengebiet Höga Kusten lockt.
In Öregrund angekommen finden wir sogar noch einen Liegeplatz, der gegen den Wind anzulaufen ist. Es ist ein schnuckeliger kleiner Ort, der auf Touristen eingestellt ist. Zahlreiche Gaststätten und Bars locken um Kundschaft. Nach der ersehnten Dusche, zwei Waschladungen und einem Stadtbummel zieht es uns in eins der Restaurants.
Neben auszeichnet gutem Essen sehen wir das WM Spiel Schweiz gegen Argentinien. Wir fiebern mit einer Schweizer Crew, die einen Tisch neben uns sitzt. Nach dem 0:1 kurz vor Ende der Verlängerung wechseln wir schnell das Thema: Segeln: Woher, wohin, wie lange…
Lustig ist, dass einige von ihnen die Cruising Swiss V und den aktuellen Skipper gut kennen. Wir berichten auch von unserer Auszeit und unserem Plan über die Ålands und Helsinki wenigstens nach Tallin zu kommen. Die anderen baltischen Staaten haben wir gedanklich schon gestrichen (ich bin noch dabei mich von dem Traum zu verabschieden). Somit sprechen wir auch über vorhandene Segelkarten dieser Regionen, die wir nun nicht mehr benötigen.
Später treffen wir uns noch bei JANNE im Cockpit und gehen die Segelkarten von Finnland und Estland durch. Bestens, zwei davon können sie gebrauchen. Bei bordeigenem Portwein sitzen wir in netter Runde.
Herzlichen Dank für die Schweizer-Schokolade! Wir werden sie demnächst genießen. 🙂