Nach einer ruhigen Nacht vor Anker wollen wir weiter Richtung Norden, in einen neuen Naturhafen. Die enge und verwinkelte Passage zurück in das Fahrwasser, die wir noch am Vorabend durchlaufen hatten, wollen wir jedoch nicht mehr nehmen. Die Passage ist zwar im Schärenführer beschrieben, aber aufgrund vieler Steine und flacher Stellen nicht besonders für unseren Tiefgang geeignet.
Nach Kaffee und Frühstück erfolgt ein „ausgiebiges“ Bad.
Das Eintauchen ins kalte (und häufig dunkle) Nass ist immer wieder eine Überwindung, doch danach fühle ich mich wunderbar lebendig und irgendwie naturverbundener. Das Salzwasser geeignete Duschgel und das entsprechende Shampoo sind der Hit.
Der Wind ist bis zum Nachmittag mit 5 bis 6 kn aus Süd bis Südost vorhergesagt. Dann soll er etwas zunehmen. Auf dem Schenkel Richtung Osten kommen wir zwar mit einer guten Geschwindigkeit voran, aber die noch geringe Windgeschwindigkeit wird auf dem Vorwindkurs nicht so toll sein. Daher entscheiden wir uns für das in den Schären liegende Fahrwasser. Falls der Wind doch nachlässt, können wir einfach abbiegen und nach kurzer Strecke unter Motor den Anker werfen.
Die Vorhersage trifft aber zu und wir kommen unserem unterwegs ausgesuchten Ziel mit guter Fahrt entgegen.
Sonnige und entspannte Segelstunden.
Unser Naturhafen liegt querab des Fahrwassers und wird aus zwei kleinen Inseln gebildet. Wir laufen von der offenen Seite aus Nord an, im Süden ist nur eine kleine Durchfahrt. Der Wind hat weiter zugenommen und pustet genau dort hindurch. Die eingezeichneten Felsliegeplätze passen uns nicht und wir werfen den Anker bei nur ca. 3 m Wassertiefe. Wir bringen ihn heute sehr sorgfältig aus: Ich gebe lange Leine (am Anker sind erst ca. 10 m Kette und dann 40 m Leine befestigt) und Fio zieht ihn mit Rückwärtsfahrt in den Schlick.
Die restliche Zeit haben wir im Cockpit genossen: Sonne tanken, Buch lesen, Kühe und Schafe anstarren, nach Adlern Ausschau halten, Gedanken schweifen lassen, Boote außerhalb der Bucht mit Fernglas verfolgen, Schokolade naschen, springende (kleine) Fische interessiert beobachten und dann lässig ignorieren, über das Abendessen nachdenken, in den Himmel sehen, sinnierend über das Wasser blicken…
Am Abend hat der Wind auf über 12 kn zugenommen und wir schwoien in einem derart großen Winkel, dass wir im Minutenrhythmus über Achtern erst die westliche Insel mit Kühen dann die östliche Insel mit Schafen betrachten können. Es wird immer früher dunkel und wir liegen erstaunlicherweise schon um 20:45 Uhr mit Buch und e-book gemütlich in unseren Kojen.
Für das Dinner haben wir den OMNIA als Auflaufform eingeweiht. Kartoffel-, Möhren- und Zwiebelauflauf mit Sahne und Käse überbacken. Naja, braun ist der Käse nicht geworden, aber goldgelb zerlaufen. Unser Zwiebelverbrauch ist übrigens enorm. Das ideale Bord-Gemüse. Der Auflauf ist gelungen; eine leckere Abwechslung in unserer Bordküche.
@ Segelflieger-Klaus würde sagen „schmackhaft und bekömmlich“.
10:57 Uhr Anker auf
14:30 Uhr Anker fällt
Wind max. 14,3 kn
Speed max. 4,58 kn
Speed Durchschnitt 2,89 kn
Tagesstrecke 12,6 sm




