Gräddö – Hafentag: Midsommar

In der Nacht hat der Wind wieder aufgefrischt und weht immer noch in Böen mit 20,4 Knoten aus NNO.
Wir haben von verschiedenen Einheimischen die Empfehlung erhalten, die Midsommar – Feier hier in Gräddö zu erleben. Eine nette, traditionelle Veranstaltung soll es sein.
Wir bleiben hier und um 11:30 Uhr geht es offiziell los. Auf der anderen Seite des kleinen Hafens. Leider ist der Wind kalt. Gemütliche Picknick-Stimmung wird wohl nicht entstehen.
Dusche und Frühstück haben wir schon hinter uns, nun folgt der Abwasch.

Nach zwei kleineren Regenschauern lässt sich die Sonne immer wieder blicken. Dann wird es sofort warm. Sehr entspannte, familiäre Stimmung. Baum oder Stange wurde geschmückt, aufgestellt, bejubelt und dann von Jung und Alt umtanzt. Ein “Animateur“ hat Anweisungen gegeben und die musikalische Untermalung lieferte ein Akkordeonspieler.
Nach den diversen lustigen Ringeltänzen gab es Sackhüpfen und zum krönenden Abschluss Tauziehen zwischen den 365-Tage-Bürgern (z.B. Eltern) und den Besuchern (z. B. große Kinder aus Stockholm).
Dazwischen wurden Hotdogs, Softdrinks, Kaffee,  selbstgebackene Kuchen und Lose verkauft (wie beim Angeln kein Glück….).  Die Familien und Freunde saßen auf Decken und Klappstühlen zusammen und haben gepicknickt. Ja, auch mit Wein, Sekt und Bier. Alles ruhig und gemütlich. Nach zwei Stunden hatte sich die Menge von ca. 400 ? Personen aufgelöst. Jetzt wird privat weitergefeiert, vielleicht eine Insel weiter.

Nach unserer Rückkehr landet mein Blick auf einem neuen deutschen Gastlieger  im Hafen. DWARSLÖPER aus Hamburg – hmm, den ungewöhnlichen Schriftzug kenne ich. So hießt doch das neue Schiff von JANNEs Vorbesitzer, das er uns nach der Übergabe noch stolz gezeigt hat. Wir sprechen ihn am Steg an und tatsächlich, er ist es. Auch er kann es kaum glauben, dass wir mit „seiner“ JANNE ebenfalls hier liegen. Er lädt uns auf einen Kaffee an Bord ein und wir bringen Kekse mit. Es wird eine interessante und nette Plauderstunde in der wir erfahren, dass er voraussichtlich morgen nach Mariehamn gehen wird.

Vorausgesagt ist moderater Nordwind ohne Regen. Wir spielen ebenfalls mit dem Gedanken die morgige Wetterberuhigung auszunutzen und uns in die Ålands aufzumachen. Es muss aber nicht Mariehamn werden; es gibt drei westlich gelegene Häfen, die besser geeignet sind, wenn wir die Route über das nördliche Åland und nicht durch die südlichen Schären wählen. Wird morgen nach dem Wettercheck entschieden.

 

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Gräddö – Hafentag: Norrtälje

Selbstgemachte Orangenmarmelade von Angela. Danke schön. 😀

Mit dem Bus fahren wir nach Norrtälje, noch nicht wissend, dass wir in einigen Tagen dort mit JANNE landen werden.

Eine schmuckes Städtchen, das uns sehr gefällt. Viele renovierte Holzhäuser, gemütliche Cafés, zwei urige Pubs, ein Fischrestaurant mit sehr leckerem Fisch, ein plätschernder Bach mit gemütlichen Ecken und ein Systembolaget. Ein ganzer Laden nur für alkoholische Getränke über 3,5 % vol. Wir hatten uns schon über die türkisfarbenen Tüten gewundert, die jeder zweite Passant bei sich trug. Perfekt. Nun können wir unseren wirklich spärlichen Weinvorrat auffüllen (beim Bunkern in Kappeln saß uns die Zeit im Nacken) – schließlich steht Midsommar vor der Tür. Und man weiß ja nie…

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Von Kapellskär nach Gräddö

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Kapellskär – Hafentag

Der nächste Tag bringt Regen und wieder böigen Wind. Wir bleiben deshalb einen Tag länger und wandern im Stundentakt zum Campingplatz (Dusche, Wäsche waschen, trocknen und einkaufen). Der Besuch des nahen Fähranlegers (Strecke nach Mariehamn und Finnland) führt uns erst mit einem Imbiss dann mit einer schnellen Möglichkeit in die Ålands zu kommen in Versuchung. Beidem können wir widerstehen!

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Von Paradisviken nach Kapellskär

Viken bedeutet Meerbusen.

Das erste Foto zeigt ein Luxus-Trocken-WC in der Nähe von unserem Ankerplatz.
Dieser Naturhafen ist ein Idyll. Bis auf kreischende Möwen, die auch mal ein Entenküken nach zwei Flugangriffen erwischen und mit einem Happs verschlingen… Ach ja, und  die Fußballfans auf der Mini-Schäre in der Mitte der Bucht, die das Fußballspiel am Abend vorher (keine Ahnung welches) lautstark verfolgten.

Die Bucht ist ein kleines Paradies in der man sicher einige Tage zum Entspannen verbringen kann. Nachdem wir zuvor einige Tage in Bullandö lagen, wollen wir nicht schon wieder mehrere Tage an einem Ort verbringen und starten um kurz vor 09.00 Uhr. Auch beim Herausfahren laufen wir nur mit geringer Fahrt durch das enge Fahrwasser. Einerseites wollen wir jegliche Grundberührungen vermeiden, andererseits genießen wir die Nähe zu den bewaldeten Schären. An einer besonders engen Stelle liegt ein schwedischer Segler mit Heckanker am Felsen und versperrt gut 1/3 des freien Wassers. Wir reduzieren die Geschwindigkeit ein weiteres Mal und hoffen, dass wir seine schräg ins Wasser laufende Ankerleine nicht mit unserem Kiel berühren. Ansonsten würden wir ihn sicher etwas unsanft aus dem Schlaf zerren. Es passt und wir können wieder beschleunigen.

Unsere geplante Tagesroute läuft erst durch ein betonntes Fahrwasser gen Norden, dann soll es den Blidösund zwischen den Inseln Yxlan und Blidö Richtung Nordost gehen. Seglerisch sind unsere Erwartungen eher gering, da der Wind aus Nord weht. Am Nachmittag soll es etwas mehr pusten, vielleicht können wir dann einen Teil segeln.

Der Wind weht in sehr unterschiedlicher Stärke: Zeitweise mit 11 kn, in böigen Phasen mit 20 kn. Bei 7/8 Bewölkung kommen immer wieder ein paar Regentrofen aus den Wolken. Wir ziehen immer mehr warme Bekleidung an. Wind und kalte Temperaturen sind ja ok, wenn nur die Sonne scheinen würde. Der Wind passt sich im Sund der Ausrichtung des Tals an und kommt etwas moderater aus Nordost. Zum Kreuzen im engen Fahrwasser reicht es nicht. Erst am Ende des Sundes frischt er wieder auf.

Der Sund mündet in das enge Hauptfahrwasser nach Stockholm. Im Fahrwasser gen Norden nimmt der Wind weiter zu – auf die bekannten 20 kn, dann in immer kürzer werdenden Abständen auf über 29 kn. JANNE zieht ohne Murren durch die Wellen, wobei sich die Geschwindigkeit nur bei erhöhter Motordrehzahl halten lässt. Wir schauen immer häufiger auf unseren Plotter und versuchen die optimale Route zu finden. Eigntlich sind diese Fahrwasser in einem 90 Grad Winkel zu queren. Wir haben aber Glück, da mehrere größere Schiffe direkt vor uns durchlaufen und wir dann Platz haben. Mit uns sind zwei dänische Segler unterwegs. Es kann also nicht ganz so falsch sein, was wir hier machen. Auf der Südseite von Rådmansö reicht uns der Wind mit Windspitze 29 kn und wir entscheiden uns für den kleinen Sportboothafen Kapellskär (statt für die Weiterfahrt nach Gräddö oder Idön). Die Zufahrt ist spannend: Die Tonnen stehen nicht schön in einer Reihe, sondern eher wild durcheinander (wir halten uns aber daran) und der Wind kommt böig mal von Steuerbord, mal von Backbord. An beiden Seiten des sehr schmalen Fahrwassers kann Fio die Untiefen vom Bug aus sehr deutlich erkennen. Wir lassen JANNE mit Geschwindigkeit bis an unseren Liegeplatz durchlaufen, stoppen auf und machen die Leinen fest – puh.

Die Windverhältnisse nördlich vom Blidösund waren völlig anders und eine spannende Erfahrung für uns, da wir bei dieser hohen Windgeschwindigkeit den Hafen nicht verlassen hätten. Wir haben sehr auf das angepasste Steuern geachtet und die Verkehrssituation im Auge behalten, so dass eine konzentrierte Spannung vorherrschte. Der Ruderdruck war enorm.  JANNE bekam einige Duschen mit Ostseewasser, doch das Cockpit blieb trocken. Es war nun gut, dass wir das Groß nicht gesetzt hatten. In solch einer Situation an Deck herumzuturnen muss nicht sein.  Auch sind wir noch nicht so abgebrüht, dass wir in diesen interessanten Augenblicken die Videokamera herausholen. Schade, so im Nachhinein.

In der verschlafenen Marina ist nicht viel los. Hin und wieder sind Schweden in kleinen Motorbooten zu ihren Ferienhäusern unterwegs (entweder mit Gepäck oder einer Ladung Holz). Später kommen noch einige andere Segler an den Ausleger für Gäste. Service gibt es nur an einem 800 Meter entfernten Campingplatz.

Der nette junge Schwede an der Campingplatz-Rezeption hat uns mit sehr gutem Englisch und einem perfekten Service umsorgt. Sogar die Schachtel mit 12 Eiern wurde von ihm feinsäuberlich mit einer Nagelschere geteilt, da wir nur 6 Eier kaufen wollten.

 

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Von Bullandö nach Paradisviken

Endlich soll es weiter gehen. Der starke Wind der beiden Vortage weht am Morgen nur noch mit unter 12 kn. Die Vorhersage berichtet sogar nur von 3 bis 6 kn aus unterschiedlichen Richtungen. Doch zuerst nutzen wir die Nähe des kleinen Supermarkes aus und kaufen Lebensmittel ein, bis die Staubereiche von JANNE gefüllt sind.

Zwei Grundleinen weiter liegt ein bekanntes Boot: Ein Seglerpaar aus England, welches wir bereits in Klintholm und Gislövsläge getroffen hatten. Erlebnisse und die weiteren Pläne werden ausgetauscht. Sie waren schnell in die Schärenwelt gesegelt, um dort entspannt von einer Bucht zur nächsten zu bummeln. Ihr Beiboot haben sie am Heck befestigt, was ihnen beim Ablegen zum Verhängnis wird. Die Leine wickelt sich um die rotierende Welle samt Propeller. Wir bekommen nur das Ergebnis in Form einiger berechtigter Flüche (geben wir hier besser nicht wieder) mit. Seine eigenen Versuche mit Taucherbrille und Neoprenanzug bleiben leider erfolglos. Das Beiboot bekommt er zwar ab, die Leine aber nicht. Das Gefühl bei solchen technischen Problemen können wir nur zu gut nachvollziehen und das kalte Wasser ist auch nicht reizend. Zum Glück hat Bullandö nicht nur den normalen Service einer Marina. Auch ein Taucher bietet seine Dienste an, der kurzerhand gerufen wird. Keine 10 Minuten später ist dieser in voller Montur da und genauso schnell ist das Problem gelöst.

Nach dem Auslaufen setzen wir erst das Vorsegel, später noch das Groß. Es ist Sonntag und entsprechend viel ist auf dem Wasser los. Die erste Stunde müssen wir stets aufpassen: Segler von vorn, Motorboote mit hoher Geschwindigkeiten von allen Seiten, dazu noch Fähren und ein Polizeiboot. Später wird es merklich ruhiger. Die meisten Boote setzen ihre Kurse Richtung Häfen – mehr Platz für uns. Der Wind weht entgegen der Vorhersage mit bis zu 14 kn aus südöstlichen Richtungen, nimmt am späten Nachmittag immer mehr ab. Wir kreuzen mit dem Wind, da wir so mehr Geschwindigkeit laufen und mehr Spaß haben. Nach einem Kurswechsel können wir die Segel als „Schmetterling“ setzen. Wir kommen den möglichen Ankerbuchten näher und entscheiden uns spontan für Paradisviken. Knapp eine sm querab finden wir die sehr ruhig liegende Ankerbucht, die Windschutz in alle Richtungen bietet. Vor dem Einlaufen sehen wir hinter uns noch ein ungewöhnliches Wasserfahrzeug. Der Klang erinnert uns eher an einen Flugplatz: Ein Wasserflugzeug startet. Je später der Abend, je schneller die Vehikel.

Die Ankerbucht erreichen wir über eine enge Zufahrt, die über weite Strecken nur ca. 20 Meter breit ist und an beiden Seiten steile Felsen hat. Hoffentlich gehen die Felsen unter dem Wasser genauso steil nach unten weiter… Sehr spannend! Die Ufer sind an beiden Seiten zum Anfassen nahe. Wir werfen wieder den Heckanker und machen vorne am Felsen fest. Die Wassertiefe stimmt. Das Unterwasserschiff werden wir uns so schnell nicht mehr per Videokamera ansehen.

Um JANNE herum springen immer wieder Fische aus dem Wasser. Nichts wie raus mit der Angel. Wieder versuchen wir es an verschiedenen Stellen, auch mit verschiedenen Ködern: Leider gehen wir wieder leer aus. Was läuft da nur falsch? Egal, wir hatten einen schönen Segeltag und satt wurden wir auch mit dem etwas komisch aussehenden aber sehr leckeren Labskaus!

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