Vreten

Ein schwedischer Sommertag wie aus einem Buch von Astrid Lindgren:

Wecker, Kaffee, Dusche, kleines Frühstück und intensives Reinschiff machen. Schließlich erwarten wir seit dem 26. April erstmals wieder Besuch an Bord: Meinen Cousin Jens mit seiner Frau Lina und ihren beiden Jungs Noel und Carl. Wir freuen uns sehr über das Wiedersehen (Familientreffen Horrenberg 2009) und lernen endlich den kleinen Carl persönlich kennen. Das Auto ist vollgepackt mit Lebensmitteln für Angela und für uns, da wir ihnen vorher eine Einkaufsliste übermitteln durften. Was für ein toller Hafen-Service. Wir werden überrascht mit Fika (11-Uhr-Kaffee) und Kanelbullar (Zimtschnecken), beides typisch und bei meiner schwedischen Verwandtschaft fest etabliert.

Danach hält es Noel nicht mehr am Tisch, nun geht es endlich zur Bootsbesichtigung. Natürlich für die Kinder nur mit Flytväst. Mit einem Schluck Portwein begrüßen wir Lina und Jens an Bord. Mit dem Banana-boot zieht es alle drei Jungs aufs Wasser. 🙂 Carl wollte gar nicht mehr raus, doch Noel fand JANNE mit ihren Luken und Schapps interessanter. Bis zum Barbecue ist Noel Skipper und wir verstehen uns prächtig mit einem Gemisch aus Englisch-Schwedisch-Zeichensprache.

Nach dem sehr leckerem Barbecue mit einer großen Menge an Fleisch 😉 und Fisch geht es an die Arbeit. In Vreten können sich Männer, Frauen, Groß und Klein handwerklich und körperlich austoben. Und dann ist meine Tante Angela da. Unser letztes Treffen fand 09/2013 in Berlin statt; mein Cousin Per ist dort sehr erfolgreich den Marathon gelaufen.

Es wird wieder geschlemmt und geschnackt: Diesmal bei Kaffee & Eis.

Nach einer Runde Schaukeln darf Skipper Noel Oma Angela endlich sein erobertes Schiff vorstellen. Auch mit Angela stoßen wir in der Plicht auf unsere Ankunft in Vreten an.

Die Zeit mit den quirligen Jungs vergeht schnell und nach einem Abschiedsfoto sind wir mit Angela allein. Es wird ein ruhiger, gemütlicher Abend auf der Terrasse.

Wir haben diesen schwedischen Bilderbuch-Tag sehr genossen und danken Lina & Jens.

 

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Von Rånöhamn nach Vreten

Gestern Abend wurde es in der Bucht recht voll. Der 6. Juni ist schwedischer Nationalfeiertag und den verbringen die Schweden offensichtlich auf dem Wasser.Insgesamt liegen morgens 15 Boote in der Bucht. Direkt neben uns drei Boote, sechs weitere liegen am gegenüberliegenden Ufer und der Rest ankert in der Mitte. Ein Vorgeschmack auf die Sommermonate, bis Midsommar ist ja noch Vorsaison…Mit uns laufen gleich drei weitere Yachten aus. Zusammen segeln wir gen Norden.

Heute wollen wir nach Vreten, einem kleinen Ort im Stockholmer Schärengarten. Es ist unser erstes großes Etappenziel. Fiona´s Tante Angela hat dort mit ihrer Familie ein Ferienhaus. Wir brauchen „nur links in einen fjordartigen Seitenarm der Ostsee abbiegen“ und können direkt an dem Steg des Seegrundstücks festmachen. Bereits auf der Strecke tauschen wir unsere Position und die verbleibende Dauer regelmäßig mit Angela und Per (Fionas Cousin) aus. Per ist heute noch bis zum frühen Nachmittag am Ferienhaus. Terminüberschneidungen verhindern leider ein Treffen. Angela hat sich für den nächsten Tag angekündigt.

Nach 27 sm unter Segel legen wir an. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Würstchen in Tomatensauce.

Es ist ein schöner Segeltag, die Sorge um das Runder ist nach der ersten Stunde erstmal vergessen. Wir fahren JANNE auch nur kurz mit vollen Segeln hart am Wind. Im engen Schärenfahrwasser sind die Windverhältnisse sehr unterschiedlich – Richtung und Stärke variieren ständig.  Zur Entlastung des Ruders bergen wir das Groß und segeln nur mit der Fock und fast achterlichen Winden gen Vreten.

Es ist ein fantastisches Gefühl Vreten bei bestem Wetter immer näherzukommen – auf den letzten 0,5 sm nur unter Fock und kaum Fahrt. Viele schöne Erinnerungen werden wach. Wow, meine Vision wird wahr: Es ist zwar nicht EUFEMIA, mit der wir am Steg anlegen, doch unsere liebgewonnene JANNE passt genau ins Bild.
Wir-sind-da-Fotos gehen an die Verwandtschaft in D und S. Vor dem Bootshäuschen sitzend genießen wir zwei, drei Gläschen Portwein…
Das Boot eines Freundes von meinem Cousin Jens liegt an der hauseigenen Muringboje und schwoit gemütlich vor sich hin. Der Schwell der (nicht immer langsam) vorbeifahrenden Motorboot bringt beide Boote in Wallung. Für ein sicheres Liegen am Steg bringen wir deshalb unseren zweiten Anker am Heck aus. Dafür nutzen wir unser Dingi: Ich paddle und Micha kämpft mit Anker, Kette und einem Dingi, das sich nur widerspenstig in die Richtung bewegt, in der er den Anker fallen lassen möchte…

 

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Ranöhamn

In der Ankerbucht (Rånöhamn) machten wir direkt vor dem geplanten Auslaufen ein Video von der Wassertiefe unter dem Kiel. Die anschließende Kontrolle der Aufnahmen am Laptop ergab für die Wassertiefe eine Bestätigung der Angabe des Echolots.

Dann kam das Ruder in den Fokus und wir waren starr vor Schreck: Unterhalb des Propellers verlief senkrecht nach unten eine deutlich abgesetzte dunkle, geschwungene Linie. In dem grünlich schimmernden Wasser sah die Linie wie ein Riss über die gesamte Höhe des Ruders aus. Was war geschehen? War der Druck auf dem Ruder doch zu groß? Beim Betrachten des Videos sahen wir sicherlich kreidebleich aus. Wir hatten keine logische Erklärung für die Bilder, die wir sahen. Weitere Aufnahmen aus anderen Blickrichtung ergaben keine besseren Ergebnisse.

Bislang hatte ich die Kamera am Bootshaken befestigt und so an das Ruder geführt. Nun wollte ich mir das selber ansehen. Also Badehose an und rein in das 11 Grad „warme“ Wasser. Nach gefühlten 5 Minuten Abkühlung schwamm ich so schnell wie möglich zum Ruder und tauchte vor Ort ab. Einen Riss konnte ich zumindest nicht fühlen; das passte nicht zu dem Video. Nach zwei Tauchgängen reichte mir die Kälte; nichts wie raus und aufwärmen. Eine weitere Aufnahme zeigte eine gelbe Fortsetzung der noch immer gut sichtbaren Linie. Waren das alte Farbschichten und der Riss war hier bereits größer?

Wir brauchten Bedenkzeit. Genau solche Situationen wollten wir mit den Vorbereitungen im Winter vermeiden. Zum Auslaufen war uns an diesem Tag nicht mehr. In den umliegenden Häfen und Werften konnten wir niemanden erreichen – es war ja Nationalfeiertag… So blieben wir einfach einen Tag länger vor Anker bzw. am Felsen. Mit einem eventuell gebrochenen Ruder wollten wir nicht los. Wir haben noch viele Überlegungen angestellt, sogar einen Inselbewohner angesprochen, uns aber schlussendlich für eine vorsichtige Weiterfahrt am nächsten Tag nach Vreten entschieden.

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Ranöhamn

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Von Nynäshamn nach Rånöhamn

Der Morgen begrüßt uns mit tief hängendem Nebel. Wir genießen unseren Kaffee in aller Ruhe, nutzen Waschmaschine und Trockner, danach suchen wir anhand unseres Törnführers und der Seekarte nach einem Hafen bzw. Ankerbucht. Die Häfen in Dalarö und auf Utö sowie die Bucht Rånöhamn kommen infrage.

Kurz vor dem Ablegen kaufe ich in dem Fischladen am Hafen ein großes Stück Lachs (frisch) und in Dill eingelegte Strömlinge. Eine grandiose Auswahl.

Wir starten gegen Mittag bei 4 bis 12 kn Wind aus Ost-Südost. Bei der Ausfahrt aus dem Sund, wir setzen gerade das Groß, kommt uns ein schwedisches Marineschiff entgegen. Wir befinden uns in einem relativ engen Bereich der nördlichen Zufahrt nach Nynäshamn. Daher warten wir die Passage des Marineschiffs ab und setzen erst dann die Fock.

Wir können in mehreren Schlägen die vielen sichtbaren Schären und verborgenen Untiefen umsegeln. Zwischendurch verzehren wir den Strömling mit Brot, sehr lecker. Schade, dass wir solch einen Fischfeinkostladen nicht in jedem Hafen vorfinden. Da es ja mit dem selbstgefangenen Fisch einfach nicht klappen will…

Später dreht der Wind nach und nach, so dass wir eine lang gezogene Kurve segeln. Wir sichten zwei weitere Marineschiffe. Sie verfolgen scheinbar einen anderen Segler, ohne ihm näher zu kommen. Wir scherzen, dass der Admiral die beiden großen Schiffe von seiner Segelyacht aus kommandiert. 😉

Bei schwachem Wind kreuzen wir unserem Tagesziel entgegen. Die Wolkendecke hängt bereits den ganzen Tag tief und wir schenken ihr erst nur wenig Beachtung. Bei teilweise schwachen, teilweise schönen Winden kommen wir der Insel Rånö immer näher. Hier bemerken wir, dass die Wolkendecke auch über Rånö tief hängt. An einigen Stellen liegt sie sogar auf und einige Nebelschwaden erreichen die Wasseroberfläche. Keine gute Veränderung des Wetters. Wir entscheiden uns für den nahen Naturhafen Rånöhamn, holen die Segel runter und laufen den Rest unter Maschine. Wir finden einen guten freien Platz an einem ca. 50 Meter breiten Felsvorsprung. Die Wassertiefe ist bis kurz vor dem Ufer mit 6 Metern tief genug für JANNE und ideal zum Ankern. Am Felsen entdecken wir in regelmäßigen Abständen große Ösen. Ich versenke den Anker achtern, und Fiona springt mit der Festmacherleine an Land und sichert JANNE nach vorne an zwei der Ösen.

Die Bucht und die Insel gefallen uns sehr gut. Wir haben keine Eile und bleiben die kommenden zwei Tage.

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Nynäshamn – Hafentag

Der Wetterbericht sagt Wind bis zu 22 kn und Regen voraus. Schade eigentlich, aber ein Wasch- und Versorgungstag passt ganz gut. Der Wind kommt mit dem Regen am späten Vormittag und beides bleibt bis in den Abend hinein. Ein Schauer folgt dem anderen und zeitweise ist es eher Dauerregen. Wir treffen die Crew aus Emden wieder und auch die Schweizer sind hier eingetroffen. Die CRUSING SWISS V war mit uns am Vorabend in den Sund eingelaufen. Sie kam von achtern und holte langsam auf – alle Segel waren gesetzt. JANNE hatte Großsegel (ein Reff) und das Vorsegel gesetzt. Als das 4 bis 5 Meter längere Boot auf unserer Höhe war, gab es ein Gejubel der Schweizer Crew. Auch wir hatten unseren Spaß. An Land treffen wir einige der Schweizer. Sie sind immer nur für eine Woche auf dem Boot. Noch 4 Tage sind es für diese Crew. Der Hafentag ist für sie sehr ärgerlich. Wir haben ja noch ein bisschen.

Den Großeinkauf starten wir noch in einem trockenen Moment. Auf dem Rückweg werden wir zum ersten Mal nass. Nach dem Umziehen soll es wieder losgehen, wir helfen aber erst noch einer einlaufenden Yacht beim Anlegen. Das Manöver dauert jedoch so lange, dass uns der nächste Schauer einholt und durchnässt. Die Segler freuen sich, aber für heute reicht es uns – genug Wasser von oben! Rein ins Boot, Heizung an, Bücher schmökern und Texte schreiben. (Text Micha)

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