Von Broken nach Nynäshamn

Heute war die Bewährungsprobe für JANNE und ihre Crew.

Nach einer sehr ruhigen Nacht in dem gemütlichen Clubhafen der kleinen Insel Broken sind wir (erst) gegen 9 Uhr bei fast Windstille aus der schönen Bucht getuckert. Unsere am Abend eingetroffenen Nachbarn verabschieden sich noch nett von uns. Sie, oder eher ihr Anlegemanöver vom Vorabend, sind einen eigenen Absatz wert:
Wir liegen an diesem Abend an der schönen Insel Broken und genießen die ruhige Stimmung. Durch die kleine Einfahrt kommt eine große blaue Segelyacht – bestimmt 13 Meter lang und nahezu doppelt so breit wie unsere JANNE. Das Anlegen verläuft zuerst ganz normal. Die Frau winkt uns bereits nett zu und lächelt. Da am Schwimmsteg bereits jemand hilft bleibe ich an Bord und lese weiter. Der Ton der Crew ändert sich schnell in Höhe und Lautstärke. Erst kommen sie der anderen Yacht zu nahe, dann laufen sie zu schnell in Richtung Steg. Er stoppt auf, sie wirft die Leinen ihrem Helfer zu. Alles scheint zu passen, bis die Ankerkette nachgezogen wird: Der Heckaker rutscht durch, so dass sie nur noch am Steg fest liegen. Also alles wieder los und noch etwas höher in der Tonlage – mittlerweile ist es von ihr ein Kreischen. Gut, dass wir kein schwedisch können! Sie drehen ihr Boot mehrmals in der Bucht. Dann schreit sie ihn so lange an, bis er endlich das macht was sie möchte. Das Ganze geht so weiter, bis sie nach endlosen Minuten wieder am Steg ankommen und dieses Mal mit dem Heck festmachen. Ich bin froh, dass ich nicht helfen brauchte.
Zurück zu Segeln: Erst können wir noch einen kleinen Steckenabschnitt segeln. Dann liegt der Kurs durch die engen Schären immer mehr gegen den Wind. Wir sind Optimisten und holen nur das Vorsegel ein. Je enger die Fahrwasser sind, um so mehr Häuser stehen am Ufer. Eine dieser Engstellen ist besonders spannend: Das Fahrwasser knickt auf kurzer Strecke mehrfach um 90 Grad – erst nach Steuerbord, dann nach Backbord. Beim Ansteuern erkennen wir aus einiger Entfernung nur ein Durcheinander an roten und grünen Tonnen. Erst als wir uns der ersten Tonne nähern, wird die die Streckenführung klar. Dann öffnet sich das Fahrwasser und wird zu einem großen See. Wir haben Platz zum Segeln und kreuzen solange durch das nahezu wellenlose Wasser bis wir in die nächste Enge steuern können. Dort überholt uns ein schwedischer Segler. Er zeigt auf seine deutsche Gastlandflagge, die noch immer unter seiner Backbordsaling weht, und zeigt 4 Finger: „Vier Tage seit Deutschland“. Der Wind wäre gut gewesen sagt er noch, dann ist er schon vor uns uns weg. Wow, denke ich. Was für eine Geschwindigkeit, aber was hat er gesehen und ausser Segeln erlebt? Wir kommen immer mehr in nahezu freies Gewässer, Kurs Ost, Wind aus Ost zuerst mit 4 bis 6 kn. Unter der Wasseroberfläche sind immer wieder große Steine, manchmal sind kleine flache Schären zu sehen. Die flachen Wellen brechen dann mitten in der See. Navigatorisch kommt so keine Langeweile auf. 😉
Der Wind frischt auf mehr als 10 kn auf. Wir kommen aber immer mehr in den Schutz der Inseln nördlich von Landsort. Schroffe, spärlich bewachsene Schären sind hier. Wir kommen durch einen Seitenarm in das gut betonnte Fahrwasser. An Land sehen wir einige Häuser, aber keine deren Bewohner. Die Inseln sind schön, aber unwirtlich. Wovon die Menschen hier leben? Schnell sind wir wieder in den offenen, bei diesem Ostwind ungeschützten Bereich des Wassers. Wind und Wellen nehmen zu. Wir kreuzen wieder gegenan, bis uns die Kombination aus Welle und Wind zu viel wird. Die bis zu 15 kn Wind kommen so uns doch etwas viel vor. Die Wellen rollen vonSteuerbord auf uns zu und spritzen teilweise bis über das Deck. Längst sitzen wir nicht nur mit unseren Rettungswesten in der Plicht, sondern haben uns mit den Lifebelts an JANNE angepickt. Im Schutz einer kleinen vorgelagerten Insel wird erst das Vorsegel, dann das Großsegel eingeholt. So motoren wir gen Norden. Die Wellen schütteln uns ziemlich durch. Zur Stabilisierung holen wir das Vorsegel ein wenig raus. Es ist besser, aber das Schaukeln geht weiter. Hinter uns kommt wieder das schweizer Boot. Es geht unter Motor weiter raus, weg von der Küste bis die Crew Segel setzt und auch gen Norden zieht. Sollen wir auch weiter raus? Unsere Wassertiefe ist über 30 Meter und wir haben noch immer diese unangenehmen Wellen. Dann sehen wir ein anderes Segelboot mit gesetztem Vorsegel dicht unter Land, auch Richtung Nord. Unsere Position und Kurs kann also nicht so verkehrt sein. Der Sund von Nynäshamn kommt immer näher und die Wellen verlieren aufgrund vorgelagerter Inseln an Intensität. Den Rest der Stecke segeln wir mit dem schweizer Boot in Rufreichweite. Liegeplätze sollte es im Gasthafen von Nynäshamn genug geben. Zwei der drei Stege sind aber gesperrt. Am dritten liegt jede zweite Yacht längsseits und blockiert je 5 bis 6 der Heckbojen. Wir drehen einen Kreis nach dem anderen, bis uns jemand auf dem Schwimmsteg einen freien Platz zeigt. Es wird eng, wir bekommen aber genug Unterstützung beim Anlegen. Alles geht gut. Der Tag war in jeder Hinsicht intensiv. Wir haben viel gesehen und wurden gefordert – es hat Spaß gemacht. (Text Micha)

 

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Von Tyrislöt nach Broken

 

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Von Fyrudden nach Tyrislöt

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Von Vinökalv nach Fyrudden

Über Nacht ist der Pegel gesunken. JANNE lässt sich zwar noch schaukeln, wir beeilen uns aber dennoch und wollen zügig ablegen. Vorher wird der Freiraum unter dem Kiel noch mit einer wasserdichten Kamera überprüft: Viel Platz ist nicht mehr. Glück gehabt.

Das breite Fahrwasser lädt zum Kreuzen gegen an ein. Später biegen wir in ein enges Fahrwasser ein. Hier haben wir den Wind von der Seite und wir suchen nach jeder Biegung die nächsten roten oder grünen Tonnen. Selten kommt ein Motorboot, wir genießen die Ruhe mit der wir durch das Wasser ziehen. Plötzlich sehen wir ein Stromkabel quer über das Fahrwasser. Es hängt in niedriger Höhe. Oh je, müssen wir die ganze Strecke zurück? Die Seekarte bestätigt das Kabel und gibt als Höhe 5 Meter an. Zu wenig. Bei der Planung der Strecke am Vorabend hatte ich es nicht wahrgenommen. Erst beim zweiten Prüfen der Seekarte sehe ich, dass sich das Fahrwasser verzweigt und wir den Verlauf ohne Hindernis nehmen können.

Wir nähern uns wieder der Ostsee. Die Inseln sind spärlicher bis gar nicht bewachsen und der Blick kann wieder frei bis zum Horizont schweifen. Wir biegen in das parallel zu Küstenlinie verlaufende Fahrwasser ein und kommen gut gen Norden voran. Die kleinen Tonnen wechseln sich regelmäßig mit Leuchttürmen ab, von denen jeder einen Namen hat. Die Seekarte kennt sie alle und zeigt sogar deren Kontur und Anstrich. Das Fahrwasser ist teilweise so breit wie die Größe Breite (Schlei) und an anderen Stellen sind wir aufgrund der Enge froh, dass kein Gegenverkehr kommt. Kurz vor Fyrudden gibt es noch einen kräftigen Schauer. Wir hatten heute ja noch nicht geduscht. In Fyrudden legen wir gleich zweimal an: Unser erster Liegeplatz hat keinen Landstrom, so dass wir nach kurzem wieder „Leinen los“ sagen und an einer anderen Stelle festmachen. Hier gibt die volle Versorgung. Strom, Wasser und einen Supermarkt in 30 Meter Entfernung. Was wollen wir mehr. (Text Michael)

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Von Västervik nach Vinökalv

Nach zwei Tagen in Västervik wollen wir endlich weiter. Der Wind weht zwar immer noch aus Nord, hat aber in der Nacht nachgelassen. Die Sonne scheint, so haben wir keinen Grund zum Trödeln. Den Hafenmeister möchte noch wissen, ob wir seinen Hafen wieder besuchen. Klar, bestätige ich. War schön hier!

Die ersten 2,5 sm segeln wir entlang der Strecke, die wir bei unserer Ankunft genommen hatten. Sieht auch von der anderen Seite toll aus. Nach dem Verlassen der schützenden Inselwelt werden die Wellen immer höher. Sie stammen wohl noch von dem stärkeren Wind der Vortage. Bei Kurs Nord gegen Wind und Welle laufen wir kaum mehrmals 4 kn. Wir entscheiden uns spontan für eine andere Route, suchen uns eine geeignete Ankerbucht und schwenken nach Nordwesten, zurück in den Schutz der Inseln. Endlich wieder vernünftiges Segeln bei wenig Welle.

An der Küstenlinie lassen sich nur noch vereinzelt kleine Ansiedlungen ausmachen. Teilweise steht auf den Inseln nur ein Haus – traumhaft. Hier suchen wir uns eine schöne Bucht zum Ankern. Leider sind wir nicht die Ersten. Eine andere Segelyacht liegt mittig vor Anker.

Wir drehen erst einen Kreis, sichten mögliche Stellen zum Festmachen und entscheiden uns für eine, an der das Wasser nicht mehr als 3 Meter Tiefe hat (hoffentlich) und der sehr steile Fels nicht ganz so hoch ist. Der Heckanker fällt in ausreichendem Abstand, wir steuern weiter auf das nahe Ufer zu, stoppen rechtzeitig auf und sichern JANNE mit 2 Leinen an Land. Das Echolot zeigt 0,1 Meter. Reicht. Zum ersten Mal verwende ich die Felsnägel und -haken. Deren mir bislang komisch vorgekommene Form ist sehr praktisch. Nach dem Versenken in einer Felsspalte verkeilen sie sich durch die Spannung der Leinen. So können wir beruhigt einen Abendspaziergang über die Insel machen.

Wir schlagen uns zu den verschiedenen Gipfeln der Bucht durch und können JANNE aus einer vollkommen anderen Perspektive fotografieren. Das in der Karte eingezeichnete Trocken-WC haben wir nicht finden können. Egal, die hier lebenden Kühe haben es offensichtlich auch nicht gefunden.

Die täglichen Angelversuche bleiben leider erfolglos. Wo sind die Fische nur? Vielleicht morgen…
(Text Micha)

Fio:
Den Außen-Swimmingpool vor dem Hafen-Servicehaus in Västervik haben wir wegen des kalten Windes nicht testen wollen. Ich warte lieber noch auf eine klare Bucht und kuschelige Lufttemperatur.
Geeignete Ankerbuchten werden in den schwedischen Seekarten mit einem WC-Symbol gekennzeichnet und nicht mit einem Anker. 🙂
Die erste Nacht vor Anker, direkt an großen Felsen und kaum Wasser unter dem Kiel, dabei konnte ich nicht so ruhig schlafen. Bin zweimal aufgewacht und habe aus dem Seitenfenster bzw. vorne aus dem Luk geschaut… Wir lagen ruhig und sicher, dafür hatte Micha schon gesorgt. Er schlief auch völlig entspannt durch.
@ Svenja, ich hätte fast euer Notfall-Immer-eine-Handbreit-Wasser-unterm-Kiel aus der Schatzkiste neben JANNE ausgekippt.

Start in Västervik um 13:15 Uhr
Segel des Tages: Fock
Wind um 15:34 h vor Örvikken 15.7 kn, später auch 16.5 kn,
Fahrt durch Wasser mit Fock: 5.8 kn

Wir konnten kurze, aber sehr schöne Segelstrecken genießen. In dem zur Ostsee offenen Bereich mit mehr Welle.
Liegeplatz: erstmalig mit Heckanker und Felshaken ohne Steg
Angelegt / Motor aus um 17:35 Uhr
Wasser unterm Kiel: laut Anzeige 0,1 m
Unser Tiefgang beträgt ca. 1,30 m, die wir mit einem Sicherheitsaufschlag schon in unserem Echolot berücksichtigt haben. Somit stimmt die digitale Anzeige annähernd.
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Västervik – Hafentag

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